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Auszug aus "Das Weg Ist Das Ziel", als eBook und Print erhältlich.

Wir sind zurück in der Bücherei.
Vivus ist direkt im Laden geblieben und hat uns nicht mehr ins Zimmer begleitet.
Im Dunkeln fährt mich Tine auf ihre Seite.
Frank hilft ihr, mich aus dem Stuhl auf ihr Bett zu legen, sagt :"Ich beneide euch beide." und geht.
Kaum hat er die Tür zu gezogen, steht Tine im Schlafhemd da. Sie ist wunderschön.
Sie zieht mir Vivus, nach Rauch riechenden, kalten Klamotten aus und setzt sich auf mich.
Sie stämmt ihr linke Hand mit Bestimmtheit auf meine rechte Schulter.
Mit der anderen hält sie ihre Haare hoch, während ihre Hüften nach mir suchen.
Ihr Körper schlängelt sich an mir entlang. Alles an ihr harmoniert, aber in Disharmonie.
So kreist ihr Kopf in Zeitlupe und das Haar plätschert lautlos in ihr Gesicht, zeitgleich rückt ihr Körper hüftaufwärts vor und zurück.
Ob sie gleichzeitig mit der einen Hand auf ihren Kopf klopfen kann, während sie mit der anderen den Bauch streichelt?
Bestimmt sogar auf einem Bein hüpfend, während sie Zungenbrecher aufsagt.
Sie setzt sich hektisch auf, mit ihrem ganzen Gewicht auf meiner Leistengegend. Alles da unten presst sich dicht aneinander.
Sie ist jemand anderes.
Ich schaue nicht mehr, ich starre. Blinzle nicht. Bin voll im Moment aber doch nicht in mir. Dafür aber bald in ihr.
Ihr Hemd reißt ein bisschen ein, weil sie es mit Gewalt über ihren Kopf zieht als stünde es in Flammen.
Es landet irgendwo im Raum. Bald brennt das ganze Zimmer.
Sie drückt sich mit den Knien hoch, leckt sich beide Hände nass, greift mit der einen nach mir und macht sich mit der andern auf den Weg zu sich selbst.
Sie schlägt mir mit der flachen Hand auf die Brust, wirft ihren Kopf in den Nacken und lässt sich bei jedem Mal mit mehr Druck auf mich fallen, dass ich mit jedem Stoß weiter in sie dringe.
Alles ist im Einklang jetzt. Der Raum ist schon lange egal. Das Feuer um uns.
Die Enge der Gefangenschaft wurde durch einvernehmende Umschlossenheit ersetzt.
Der Druck auf der Brust ist zwar noch da, gegen das spannende, pulsierende Pochen im Bauch aber unterlegen.
Sie atmet mittlerweile heftig, schnauft mir aus aufgerissenem Mund, mit fest fixiertem Blick entgegen, als sie sich vorbeugt, ihre Brüste auf meinem Oberkörper entlang streifen, damit eine sehr heiße, sehr schnell erkaltende Spur hinterlassen und mein Gesicht sehr feucht und unkontrolliert küsst.
Ihr Atem fließt dickflüssig wie frischer Pudding, heiß an meinem Hals herunter zu den Schultern und bildet dort eine Haut.
Ich kann mich nicht erinnern, wann ich das letzte Mal so präsent war, ohne dabei nackt und verschwitzt gewesen zu sein.
Ich könnte in dem Gefühl alles bewältigen.
Tine sucht nach meinem Arm, sitzt still, nimmt meine Hand in ihre beiden, versucht mich aus der Glasigkeit meiner Augen, aus der Surrealität des Moments, in meinem Blick zu finden.
Ich lege so viel Bestätigung und Wertschätzung in den einzigen aktiven Kontakt den ich ihr geben kann, wie's mir möglich ist.
Sie hält meine Hand auf den Platz zwischen ihren Brüsten und sieht mich unaufhörlich, verlangend, verstehend, tröstend und entschuldigend an.
Ich beginne zu realisieren was das für sie bedeuten muss. Oder könnte.
Eine Bestätigung und Akzeptanz auf höchster Stufe.
Wortlos.
Ich spreche ihre Sprache.
Die nicht schön redbaren Dinge schreien nur ehrliche Ausdrücke.
Sie nimmt sich nicht was sie will.
Sie gibt uns beiden was wir brauchen.
Eine Flucht, eine Gefühlsabwechslung.
Eine Verständigungsebene auf der es keine weltlichen Notwendigkeiten wie Geld, Talent oder Funktion, auf der es keine Unverzeihlichkeiten, Missverständnisse oder Lügen gibt.
Wir sind so natürlich und selbstbestimmt wie wir sein können.
Niemand nimmt uns das.
Ich liege starr da, sie macht keinen Laut, aber wir brüllen das Leben nach außen, tanzen zu unserem Takt, schaffen uns eine von der Realität abgeschlossene Höhle, retten uns von vielen befahrenen, abgenutzten Straßen in die unterirdischen Gassen des Daseins, aus der Kälte in das Feuer.
Wir sind in der Welt der anderen, existieren neben ihnen, aber nicht auf einem Level, auf getrennten Kanälen. Nur ich und Tine teilen diese Frequenz.
Eingeklinkt ist sie meine Welt, mein Zugang zu Erfahrung, meine einzige Möglichkeit etwas zu fühlen.
Droht das Schiff zu kentern, weil einer von uns belagert wird, von den Paradeschüssen der Problemarmeen des eigenen Kopfes, zieht ihn der andere wieder raus ins offene Wasser, in dem es kein oben oder unten gibt.
Die Welt ist begrenzt erforscht und das ist perfekt so.
Denn vom Scheitel ihres Haars bis zu meinen Versen entstehen keine Differenzen.
Jeder versteht sich mit jedem und alles gehört allen.
Ekel, Scham und Manieren werden ersetzt durch genaues Hinsehen, umschweifendes Tasten und Fühlen und qualitativ hochwertigen Augen- und Körperkontakt.
Sie beginnt wieder mit kreisenden Hüftbewegungen, steigert sich in ein Hüpfen, lässt meinen Arm fallen, um sich zurück neben meinen Knien auf die Matratze zu stützen. Ihr Atem rauscht durch sie hindurch, rein wenn sie sich nach oben, raus, wenn sie sich nach unten bewegt. Sie wird langsamer, aber noch ruckartiger, alles an meinem Körper spannt, meine Augen werden schwer, wollen aber alles weiterhin genauestens einsaugen.
Ich bin völlig verloren.
In unserer Welt, in ihrer Wärme, in der aufgedunsenen, leer geatmeten Luft dieses Raumes.
Sie atmet tief ein und katapultartig aus, als sie ihren Kopf auf meine Brust legt.
Ich zittere.
Am ganzen Körper.
Wir sind beide nass, aber am leben.
22.6.17 17:29
 
Letzte Einträge: Hallo mal wieder, mit gewohnter Positivität zurück., In meinem Kopf macht das Sinn #1, Bitchface und Brehms Supermarktleben, Weisheiten um 12


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