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Bitchface und Brehms Supermarktleben

Ich will schreiben: "Mein Leben lang.", obwohl es faktisch nicht stimmen kann. Trotzdem:

Mein Leben lang werfen mir die meisten, die meinen Gesichtsausdruck zu erkennen denken vor, dass ich schlecht gelaunt, böse, wütend, voller Hass sei.

Meine Erklärung, die sich durch all die Anschuldigungen als Gegenargument durchgezogen hat, ist, dass das eben mein Gesicht in Ruhe ist.

Soweit Ruhe in mir der Definition entspricht.

Der kleinste Reiz von außen löst in mir eine Kette von Gedanken, bepudert mit Gefühlen aus. Das Hinterfragen von so dargelegter Realität ist irgendwann zu einem Filtervorgang für alles geworden.

Die Wettervorhersage hat sicher dazu beigetragen, dass ich denke, dass niemand, so genau er die Umstände, Verhalten, Sachlagen, Erfahrungen und Traditionen, sogar Testergebnisse und Gesetze kennt und sich auf sie verlässt und beruft, zu 100% Recht haben kann.

Die Dynamik, die sich durch das Wirken aller Dinge aufeinander unabschätzbar entwickelt, hat nicht nur eine blinde Stelle.Und die meisten Menschen haben maximal zwei Augen.

*

Bauchschmerzen können ein Furz sein oder innere Blutungen die in zwei Minuten zum letzten Furz für alle Zeiten führen. (Der dadurch nicht weniger lustig sein muss)

*

Generell zieht eine große Skepsis an der Welt und allem was in ihr ist, Mind-Map-artig bekritzelte Wände in mir hoch und eine gekachelte Decke, bestehend aus Sarkasmus und Gutgläubigkeit liegt oben auf und wird von der zornig/heiter lachenden Sonne, bis hin zum Tropfen nach unten biegend geschmolzen.

Trotzdem stehe ich neugierig auf stabilem Boden und habe Kisten, Ordner und Zettelhaufen, voll von gefestigten Ansichten, hilfreichen Erfahrungen und schmerzhaften Enteignungsnotizen um mich versammelt und ziehe so, mich und mein Haus, durch die Gegend.

Es geht nur so für mich. Ohne mein System der Filtration, ohne die Funktion meiner Skepsis möchte ich keine neuen Erfahrungen machen.

Ein Moment, ein Erlebnis war stets nur gut, wenn mein Hirn voll anwesend, rational zustimmend oder aufmerksam lernbegierig war. Und alle drei begleitenden Gesichtausdrücke sind kein Lachen, sondern eher etwas zwischen: "Was riecht hier so?"/"Denkst du wirklich die Welt ist so?" & "Wenn ich jetzt einfach gehe, stört das mein Gegenüber?"


Zugegebener Maßen: An der Kasse die Beträge der Dinge auf dem Band im Kopf zusammen zu rechnen und der Kassiererin (Ja, Frau, weil Männer einfach lächerlich wirken, wenn sie mir einen schönen Tag wünschen und fragen, ob ich Sammelbilder haben möchte.) auf den Cent genau das Geld in die Hand zu geben, ist bestimmt keine Beschäftigung der viele Menschen nachgehen.

Aber ich frage ehrlich: Ist es manchmal nicht das Interessanteste was man beim Einkaufen tun kann? Zwischen:

  • Rentnern, von denen ich mir kein jüngeres Ich als das was da gerade fast an einer Kehrtwende verzweifelt, zitternd Quark und Brot zurück in den Trolli hievt, als wäre es ihr Allerheiligstes, und Klimpergeld so pathetisch überreichen kann, als wäre es tatsächlich noch von Wert, vorstellen kann

  • Vorzeigebeispielen der Adoleszenz im Jahre 2017, die Wasser mit Zucker, Wachmacher und Aufputscher kaufen, nicht grüßen, keinen Augenkontakt halten, Sonnenbrille auf und Kopfhörer drin haben.

  • Bärenartigen Wesen, die die Winterruhe durch ein ganzjähriges Ansammeln von Polstern für den langen Schlaf, der am Ende ihrer vier Jahreszeiten stehen wird, ersetzt haben, die nur knisterndes, glänzendes Produkt aus dem Regal oder Wühltisch wie feine Alkoholika erlesen haben und die atmen als wäre selbst die Luft zu teuer.

  • .... (Wer mag, darf hier gerne ergänzen)


Wer zu diesen Anlässen und Begegnungen einen fröhlichen Gesichtsausdruck trägt, ist entweder schadenfroh oder so sehr in seiner eigenen Welt, dass er verzichtbar für alle anderen wäre.

Dann müsste sich keiner fragen, warum jemand, der an einem Kassenband darauf wartet sein Geld für Konsumgüter auszugeben, gute Laune hat.

Und sogar höflich Danke sagt, wenn er es genauestens abgezählt in die flinken Hände der freundlich programmierten Arbeiter legt.

Ich komme nicht drum herum diese Ausschweifungen mit der simpelsten Feststellung zu beenden:

Ich lache schon. Aber eben nur dann, wenn etwas irgendwie lustig ist.

Ich gucke schon freundlich, wenn mir denn freundlich begegnet wird oder ich gerade keine Irritationen versuche zu ignorieren und gleichzeitig zu verarbeiten.

Schönen Tag auch.

 


10.5.17 13:24
 
Letzte Einträge: In meinem Kopf macht das Sinn #1, Weisheiten um 12, Auszug aus "Das Weg Ist Das Ziel", als eBook und Print erhältlich., Das ist also dieses Altern - Club 27


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